Maximiliansau seit 1939

Jahrestabelle

Die gemeinsame Geschichte von Pfortz und Maximiliansau beginnt zum 01.01.1939.

Aufgrund der Grenznähe zum Elsaß/Frankreich, zur Stadt Karlsruhe, und eben wegen der Industriebetriebe und der Rheinbrücke wurde unser Dorf auch stark in die Kriegswirren mit einbezogen. Es gab zwei Evakuierungen (1939 und 1944) und auch viele Bombenabwürfe. Tragisch war der 04.12.1944, als in Folge von Bombenabwürfen der Keller eines Privathauses voll Wasser lief und elf Personen ertranken.

Am 20.03.1945 wurde die Rheinbrücke gesprengt und in den Jahren 1946/47 wurde durch die französische Besatzungsmacht eine neue Eisenbahn- und Straßenbrücke errichtet.

Die Nachkriegszeit brachte neben dem Wiederaufbau des Ortes und der Industrie viele Neubürger aus den ehemals deutschen Ostgebieten nach Maximiliansau. Besonders zu erwähnen ist die Gründung der Glashütte durch Flüchtlinge aus Kunzendorf in der Niederlausitz. Ein bis daher hier unbekannter Industriezweig entstand. Neben der Glashütte sorgten auch der Holzhof Schenck und die Deutschen Linoleumwerke (DLW) für einen großen Zustrom an Werktätigen ins Dorf.

1949 wird neben dem katholischen Pfarrhaus eine Madonnenfigur errichtet. Spender war Pfarrer Hermann Quack, der diese Figur als Dank zu seiner Befreiung aus dem KZ Dachau errichten ließ.

1952 wurde die Ortsrufanlage als eine der ersten in der Pfalz eingeweiht und die Stelle des Dorfbüttels wurde somit zur Geschichte.

Durch die Steuereinnahmen der Industriebetrieb war es bereits 1954 möglich für den Ort eine Kanalisation zu bauen und 1958 wurde die Kläranlage eingeweiht.

1957 wurde ein Heimatfilm im Dorf gedreht und somit seine Bewohner für kurze Zeit zu Filmstars.

1960 wurde das neue Schulhaus eingeweiht und nach Johann Gottfried Tulla benannt. Gleichzeitig wurde mit der Tullahalle eine Mehrzweckhalle errichtet, die den Dreschschopf als "Festhalle" ablöste.

Mitte der 1960-er Jahre, als im benachbarten Wörth Mercedes-Benz sein LKW-Montagewerk errichtete, bedeutete dies auch für Maximiliansau eine große Nachfrage nach Wohnungen und Grundstücken, so daß der Ort binnen weniger Jahre von 3800 auf 5400 Einwohner wuchs.

1966 erfolgte die Einweihung der neuen Straßenbrücke über den Rhein.

1967 ging die Gemeinde mit Cany-Barville in der Normandie (Frankreich) eine Partnerschaft ein. Der Kontakt entstand durch einen französischen Soldaten, der in der Nachkriegszeit im Ort stationiert war.

Durch den Neubau der Leichenhalle und dem dortigen Anbringen von Tafeln zur Ehrung der Gefallenen beider Weltkriege wurde das Kriegerdenkmal 1973 entfernt und der Platz zu einem Platz der Begegnung umgebaut. Der Name "Denkmal" blieb aber weiterhin im Dorf sprachbebrauch bestehen.

1975 wurde das Rathaus abgerissen, die Gemeindeverwaltung zog in das Obergeschoß der Tullahalle um.

Mitte der 1970-er Jahre kam der wirtschaftliche Niedergang: Sowohl die Glashütte, wie auch der Holzhof meldeten Konkurs an und auch die DLW reduzierte ihre Produktion und die Beschäftigten, bis schließlich auch dieser Betrieb geschlossen wurde.

Aufgrund der Verwaltungsgebietsreform im Rheinland-Pfalz bildete Maximiliansau seit 1972 zusammen mit Büchelberg, Schaidt und Wörth eine Verbandsgemeinde mit Sitz in Wörth.
Als Folge der Stadtrechtverleihung Wörths 1979 wurde die Verbandsgemeinde Wörth aufgelöst. Die Orte der Verbandsgemeinde wurden als Ortsbezirke der Stadt Wörth angegliedert.

Um die Sportmöglichkeiten zu verbessern wurde 1983 die Rheinhalle als reine Sporthalle erbaut und die Tullahalle wurde zur Kulturhalle.

1986 wurde das Bürgerhaus mit DRK-Heim und Bücherei errichtet.

Überregional erschien Maximiliansau 1987 in den Medien als ein Schiffsschubverband die Eisenbahnbrücke rammte und so für mehrere Wochen die Schifffahrt unterbrach. Als Folge dieses Unglückes wurde 1991 die neue Eisenbahnbrücke eingeweiht, die 1999 auf zwei Gleise erweitert wurde.

Das alte Schulhaus wurde im Jahr 1988 umgebaut und renoviert und wird seitdem als Haus für die ortsansässigen Vereine genutzt.

1997 erhielt Maximiliansau Anschluß an die Stadtbahn nach Karlsruhe.

1999, beim sogenannten Jahrhunderthochwasser am Rhein, stand das Wasser nur 17 cm unterhalb der Rhein-Mauerkrone und der Damm kurz vor dem Durchbruch.

Zum 31.12.2003 zählte Maximiliansau 7263 Einwohner und hat sich als lebenswertes Großdorf in ruhiger, aber dennoch verkehrsgünstiger Lage etabliert.

2004 fand im Hafen die Hochwasser-Katastrophenschutz-Übung "Florian 2004" des Landes Rheinland-Pfalz statt. Beteiligt waren Bundeswehr, DLRG, Feuerwehr, THW und das DRK.

2004 begann der Abriß der Gebäude der ehemaligen Deutschen Linoleumwerke, auf deren Gelände ein Fachmarktzentrum errichtet wird. Die baulich teilweise sehr interessanten, aufgrund des jahrelangen Leerstandes jedoch unansehlichen Fabrikgebäude am Ortseingang verschwanden somit.

2005 wurde die Maximiliansauer Pfingstkerwe erstmals auf den Festplatz "Am Bögel" verlegt. Dadurch soll die Attraktivität gegenüber dem bisherigen Platz unter der Rheinbrücke gestärkt werden.

Die im gleichen Jahr gegründete "Bürgerinitiative Nordbrücke" setzt sich für den Bau einer 2. Rheinbrücke im Bereich des Wörther Hafens ein und versucht die Planung bzw. den Bau einer Parallelbrücke neben der bestehenden Straßenbrücke zu verhindern.

(wird ergänzt)

© Heimatverein FoKuS